Montag, 13. Juli 2015

DNA Analyse bei unseren Agas (und anderen Vögeln)


Oftmals kommt man als Vogelhalter in die Situation, eine Geschlechtsbestimmung seines Vogels durchführen lassen zu müssen, um evtl. ein passendes Gegengeschlecht für den Vogel zu erhalten. Auf Aussagen eines Vogelhändlers/ Züchters durch bloße äußere Merkmale oder Abtasten der Beckenknochen sollte man sich nicht unbedingt verlassen, denn diese sind nicht 100 %ig sicher. Es gibt unterschiedliche Methoden zur Geschlechtsbestimmung, auf die beiden gängigsten sei hier eingegangen.

Edoskopische Untersuchung:
Hierbei handelt es sich um einen operativen Eingriff, der bei jedem Vogel durchgeführt werden kann. Jedoch besteht bei dieser Methode, wie bei jeder OP, ein gewisses Risiko und man sollte sicher sein, seinen Vogel einem wirklich sehr erfahrenen Vogelspezialisten anvertraut zu haben. Aufgrund ihrer Größe ist dieser Eingriff für Agas und kleinerer Vögel nicht zu empfehlen.

DNA-Analyse:
Diese kann sowohl durch Blut als auch durch einige frische Federn (Schwung- oder Schwanzfedern nur bei kleineren Vögeln) durchgeführt werden. Normal reichen 1-2 frisch gezupfte Federn.
Die Blutentnahme ist wiederum mit einem gewissen Risiko verbunden, da das Blut meist aus der Halsvene entnommen wird und der TA schon sehr erfahren mit dieser Methode sein muss.
Die für den Vogel komplikationsloseste und auch für den Vogelhalter selbst einfachste Methode ist eine Federanalyse. Hierbei werden dem Vogel eine/am besten 2 frische Schwung- oder Schwanzfedern ausgezupft, was jeder von uns ohne Gang zum TA selbst durchführen kann. An den Federkielen bleiben hierbei einige Zellen haften und aus diesen wird mit molekularbiologischen Methoden das DNA isoliert. Anschließend wird das Gen zur Geschlechtsbestimmung analysiert.

Vorgehensweise:
Ihr könnt diesen Test selbständig (ohne Tierarzt) durchführen lassen, was dem jeweiligen Vogel und auch euch selbst einigen Stress (und auch Kosten) erspart. Dazu den Vogel in einer Hand halten und mit der anderen Hand die Feder, die gezogen werden soll, festhalten. Dann mit einem beherztem Ruck die Feder ziehen (also nicht langsam und zögernd), so geht es rasch und tut es dem Vogel nicht unnötig weh. Vergleichbar ist dies, wie wenn man ein Pflaster beim Menschen abmacht; macht man es zu langsam und vorsichtig, dann tut es auch mehr weh.  
Wenn man es zu zweit macht, geht es noch einfacher; einer hält den Vogel, der andere zieht die Feder. 
  • Die Federn müssen frisch gezupft sein!!! Ausgefallene Federn sind zur DNA nicht geeignet und es kann damit kein Ergebnis erzielt werden.
  • Die Federn nur an der Fahne, nicht am Kiel anfassen, da ansonsten das Ergebnis verunreinigt werden könnte
  • Federn in Alufolie oder kleinen Plastikbeutel einpacken
  • Zettel mit folgenden Informationen beilegen:
    • Name des jeweiligen Vogels (vor allen bei mehreren, um später das Ergebnis richtig zuordnen zu können)
    • um welche Vogelart es sich handelt
    • Kennzeichnung des Vogels, falls vorhanden (evtl. Ring- oder Chip-Nummer)
    • Federtyp (ob es eine Schwanz- oder Schwungfeder ist)
  • Anschließend alles zusammen in einen Briefumschlag legen , absenden.....und das wars.
  • Nach ca. 4-6 Tagen bekommt man das Ergebnis mit einem Zertifikat per Post. 

Video, wie man selbst eine Feder zur DNA-Untersuchung zupfen kann:

Video Feder zupfen - klick - oder auch direkt hier ( von Andreas):




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