WEIDEKÄTZCHEN - Das Thema der Halbweisheiten
Da wie in jedem Frühjahr die Diskussion um
Weidekätzchen (geschützt, nicht geschützt,
bienenwichtig, nicht bienenwichtig) entfacht
und vor allem in anderen Foren Dinge
veröffentlicht und vehement als Wissen
beschworen werden, die definitiv nicht der
Wahrheit entsprechen, möchte ich das
Thema kurz und hoffentlich für alle
verständlich darstellen.
Das Wichtigste zuerst:
Weiden stehen NICHT unter Naturschutz
Sie gehören zu den FRÜHBLÜHERN und
somit zu den ersten Nahrungsquellen
für (Wild-)bienen. DENN !!!!!:
Die Biene braucht Pollen (Eiweißquelle)
UND Nektar (Kohlenhydrate). Diese
Kombination hat nicht jede Pflanze, die
blühenden Weiden schon.
Sämtliche Windblütler sind bienenUNgeeignet,
weil der Pollen sehr leicht und flugfähig ist,
d.h. er ist nicht darauf angewiesen, dass Insekten
ihn weitertragen und hat einen entsprechend
geringen Nährwert. Dazu gehören sämtliche
Koniferen (Eibe,) und leider auch viele einheimische
Bäume wie Birke, Pappel, Ulme. Es gibt Leute,
die das Halbwissen (diese Bäume blühen zeitgleich
mit Weiden und es gibt deshalb Nahrung im Überfluss
posten und damit die Verwirrung komplettieren).
Als Beispiel - die genannte Birke und Haselnuss hat
einen Pollen mit geringem Eiweißwert und
KEINEN Nektar. Somit kann die Biene mit
Birkenpollen keinen Honig produzieren, den sie
für die Wintermonate benötigt. Steht eine Birke
oder Haselnuss neben einer Weide wird man den
Unterschied am Summen hören. OHNE
nährstoffreichen POLLEN können die Bienen sich
nicht entwickeln und es wird kaum Nachwuchs geben.
Es gibt Tannenhonig, also haben Tannen auch Nektar.
NEIN. Haben sie nicht. Sie haben aber Honigtau, ein
tierisches Produkt, das Blattläuse und bestimmte
Floharten ausscheiden. Die Bienen melken diese
Insekten um an den HonigTAU zu kommen.
Jede Pflanze hat ihre Trachtzeit (Blühzeit) - die für
die Biene wichtige Zeit. Die Birke z.B. Ende März.
Die Weide Anfang März. Das sind 4 Wochen
Unterschied. Diese beiden Pflanzen als
gleichzeitige Blüher zu nennen zeugt von
absoluter Unwissenheit.
Jeder Imker wäre froh, wenn Gartenbesitzer
Bienenweiden statt Koniferen, Forsythien,
Steingärten und Bauhausprimeln pflanzen würde.
Der Imker, der behauptet, die Weide sei nichts
wert für Bienen, hat entweder einen Knall
(entschuldigung) oder ist frei erfunden.
Der wichtigste Strauch ist die Salix carea -
DIE SALWEIDE. Sie liefert hochwertige
Pollen UND Nektar ANFANG MÄRZ.
Und jetzt das Fazit:
- Natürlich könnt Ihr Alle Weidekätzchen abschneiden. Weil sie so schön blühen - ich nehm ja nur ein paar.
- Natürlich könnt Ihr Alle Weidekätzchen abschneiden. Weil die Agas so einen Spaß am Abzwicken der Kätzchen haben - ich nehm ja nur ein paar.
- Natürlich werden die Sträucher in Wald und Flur, am Straßenrand und in Parks von Fachleuten per Greifarm des Kleinbaggers beschnitten/abgerissen. Zur Flurbereinigung ist das per Gesetz erlaubt - das ganze Jahr über. Und Gesetze sind sinnvoll. Auch wenn sie keinen Passus für den Schutz von Vogelbrut und Bienennahrung beinhalten. Gesetz ist Gesetz.
- Natürlich ist das Geäst der Weide gut für die Agaernährung und natürlich sollte es möglich sein die 4 Wochen, wenn die Kätzchen blühen, darauf zu VERZICHTEN. Aber ich nehm ja nicht alle.
- Natürlich weiß ich, dass 41 % der Wildbienen vom Aussterben bedroht sind.
Aber daran sind immer die anderen Schuld....
(Beitrag und Kommentare hierzu findet ihr hier:
https://www.facebook.com/groups/Aga… )
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